Ein unvergesslicher Premierenabend in Berlin-Lichterfelde
Am 05. Juni 2026 durfte ich einen ganz besonderen Moment erleben: Gemeinsam mit meiner Frau besuchte ich die Premiere meiner gesellschaftskritischen Komödie „Das missglückte Geheimnis – Oder: Die Gefühlstasche“ im Altberliner Schmalzstullentheater in Berlin-Lichterfelde. Es war ein Abend voller Emotionen, Freude, Überraschungen und bewegender Begegnungen, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Es ist zweifellos ein außergewöhnlicher Augenblick, wenn ein Werk, das über Monate hinweg entstanden ist, erstmals auf einer Bühne lebendig wird. Figuren, die bisher nur in Gedanken, Notizen und Manuskriptseiten existierten, erhalten plötzlich Gesichter, Stimmen und Persönlichkeit. Dialoge, die am Schreibtisch entstanden sind, werden vom Publikum gehört, verstanden und mit Leben gefüllt. Genau diesen besonderen Moment durfte ich an diesem Abend erleben.
Schon vor unserer Ankunft hatte das Ensemble des Altberliner Schmalzstullentheaters einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Die Mailkontakte im Vorfeld waren von einer bemerkenswerten Herzlichkeit und einer wohltuenden Unkompliziertheit geprägt. Offen, freundlich und menschlich. Und da konnte ich noch nicht ahnen, wie herzlich wir schließlich in Berlin empfangen werden sollten.
Bereits beim Betreten des Theaters entstand eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann. Es fühlte sich keineswegs so an, als würden wir Menschen begegnen, die wir bisher nur aus der Ferne kannten. Vielmehr entstand von Anfang an das Gefühl, willkommen zu sein und dazuzugehören. Alles wirkte vertraut, beinahe familiär. Kaum zu glauben, dass ich mein eigenes Stück gerade zum ersten Mal auf der Bühne sehen würde und wir gemeinsam die Premiere feierten. Alles fühlte sich an, als würden wir uns bereits seit vielen Jahren kennen.
Die Aufführung selbst war beeindruckend. Natürlich freue ich mich darüber, wenn Texte überzeugend gespielt werden. Doch das, was ich an diesem Abend erleben durfte, ging weit über eine reine schauspielerische Leistung hinaus. Das Ensemble verstand es, die Figuren glaubwürdig und mit großer Spielfreude auf die Bühne zu bringen. Die Pointen fanden ihr Publikum, die gesellschaftskritischen Zwischentöne wurden sichtbar, und die Geschichte entwickelte genau die Dynamik, die ich mir beim Schreiben erhofft hatte.
Was dieses Ensemble aber besonders auszeichnet, ist nicht allein das Können auf der Bühne. Beeindruckend ist vor allem der Geist, der hinter dem gesamten Projekt spürbar wird. Zu einem Theater gehören nicht nur die Schauspielerinnen und Schauspieler, die im Rampenlicht stehen. Nicht weniger wichtig sind die Menschen hinter den Kulissen, in der Technik, bei der Organisation, in der Maske, bei der Betreuung und in vielen weiteren Aufgabenbereichen, die für das Publikum oft unsichtbar bleiben. Und ja: Dazu zählen neben dem üblichen Catering auch die Schmalzbrote in der Pause!
Gezeigt hat sich auch der Zusammenhalt dieses Ensembles. Man merkt, dass hier Menschen gemeinsam an einer Sache arbeiten und füreinander einstehen. Besonders bemerkenswert ist dabei die Selbstverständlichkeit, mit der Herausforderungen angenommen werden. Krankheitsausfälle, kurzfristige Änderungen und all die unvorhersehbaren Ereignisse, die das Leben bereithält, gehören im Theateralltag ebenso dazu wie in jedem anderen Bereich des Lebens. Doch anstatt daran zu verzweifeln, wird hier gemeinsam nach Lösungen gesucht.
Dieses Miteinander verdient großen Respekt und echte Anerkennung. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass Menschen in ihrer Freizeit, oftmals mit erheblichem persönlichem Einsatz, eine solche Gemeinschaft aufrechterhalten. Umso schöner ist es zu erleben, wie gegenseitige Unterstützung, Hilfsbereitschaft und Vertrauen zu einem festen Bestandteil der Zusammenarbeit geworden sind.
Vielleicht war genau das einer der Gründe, warum die Premiere eine so besondere Ausstrahlung hatte. Das Publikum sah nicht nur eine gelungene Aufführung. Es erlebte eine Gemeinschaft, die gemeinsam etwas geschaffen hat. Eine Gemeinschaft, die Schwierigkeiten überwindet, Verantwortung übernimmt und mit Leidenschaft bei der Sache ist.
Für mich persönlich war dieser Abend deshalb weit mehr als die Premiere eines Theaterstücks. Es war die Begegnung mit Menschen, die gezeigt haben, wie viel erreicht werden kann, wenn Engagement, Herzlichkeit und Zusammenhalt zusammenkommen.
Meine Frau und ich fuhren an diesem Abend mit vielen schönen Eindrücken nach Hause. Wir nahmen nicht nur die Erinnerung an eine gelungene Premiere mit, sondern auch die Erfahrung, außergewöhnliche Menschen kennengelernt zu haben.
Dem gesamten Team des Altberliner Schmalzstullentheaters gilt daher mein herzlicher Dank. Für die hervorragende Inszenierung, für die Gastfreundschaft, für die Herzlichkeit und für die spürbare Leidenschaft, mit der alle Beteiligten ihren Beitrag leisten.
Die Premiere von „Das missglückte Geheimnis – Oder: Die Gefühlstasche“ wird für mich immer ein besonderer Abend bleiben. Nicht nur wegen der gelungenen Aufführung, sondern vor allem wegen der engagierten Menschen, die diesen Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

